Integrationsfachdienst (IFD) gemeinnützige GmbH

Fachtag „Autismus und ADHS" am 12. März 2009

Veröffentlicht am 13.03.2009

Den Beginn gestaltete Maria Kaminski, die Vorsitzende des Bundesverband Autismus Deutschland e.V. Nach einer Einführung zur Situation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus gab sie Auskunft zu den Rahmenbedingungen und Rechtsansprüchen bei der beruflichen Ausbildung, einem Studium und während der Berufstätigkeit.
Ein besonderes Augenmerk richtete sie auf das Thema „Werkstatt für Menschen mit Behinderung? Hier informierte sie über das Aufnahmeverfahren, den Förderbereich und die Voraussetzungen für eine 1:1-Betreuung. Abschließend ging Frau Kaminski auf das neue Werkzeug der „Unterstützten Beschäftigung"(UB) ein. Nach Informationen zum Konzept und zu den gesetzlichen Grundlagen äußerte sich auch einige sachliche Kritikpunkte zur UB.

Maria Kaminski
Maria Kaminski

Im Anschluss an Frau Kaminski berichtete Claudia Homrighausen, Integrationsberaterin bei uns, beispielhaft über die berufliche Integration von Menschen mit Autismus. Neben ausführlichen Beschreibungen der dafür nötigen Rahmenbedingungen und der Unterstützungsinstrumente durch den Integrationsfachdienst schilderte sie am Beispiel einer 42-jährigen Systeminformatikerin die erfolgreiche Eingliederung einer Betroffenen ins Arbeitsleben.

Wolfgang Ursel, Dipl-Sozialpädagoge im Autismus-Kompetenz-Zentrum Mittelfranken stellte diese Einrichtung vor, sprach über Beispiele gelungener Unterstützung und schloss mit einer näheren Betrachtung des sog. „Diversity Managements".

Wolfgang Ursel
Wolfgang Ursel

Über eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme für junge Menschen mit einer Diagnose im Formenkreis Autismus informierte Deli Marohn von der gfi Erlangen/Nürnberg. Die Maßnahme („MAut") verfolgt mit einer Eignungsfeststellung und individueller Berufsorientierung das Ziel, junge Menschen mit Autismus in eine Ausbildung mit individuell notwendigen Hilfen zu vermitteln.

Deli Marohn
Deli Marohn

Dem Thema „Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung"(ADHS) widmete sich Dr. Matthias Gelb, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin und Mitglied im Arbeitskreis ADHS des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V., in einem genauso ausführlich wie humorvoll gehaltenen Vortrag.
Zunächst ging er auf die Geschichte, die Erscheinungsformen und die Folgen dieser Erkrankung ein. Danach informierte er über die Begleitprobleme von Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS sowie das Erscheinungsbild im Erwachsenenalter.
Warum Menschen mit ADHS denkbar schlechte Voraussetzungen für eine Ausbildung mitbringen und welchem „Teufelskreis" sie im Arbeitsleben ausgesetzt sind, bildeten mit einer ausführlichen Darstellung der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten einen guten und runden Abschluss seines Vortrags.

Dr. Matthias Gelb
Dr. Matthias Gelb

Am 15. Oktober 2009 findet der sechste Fachtag zu den Themen Magen-Darm-Erkrankungen und Lebererkrankungen statt. Alle interessierten Fachleute, die bisher noch keine Einladungen zu den Fachtagen erhalten haben, können per Mail an projekt@ifd-ggmbh.de um die Aufnahme in den Verteiler bitten. Sie erhalten ca. Anfang September 2009 dann eine Veranstaltungsankündigung.